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Hier findet ihr die Erfahrungsberichte von WiMa-Absolventen.

  • Erfahrungsbericht Nr.1

    Nun denn...

    Ich war bereits seit dem Grundstudium von Makroökonomie sehr angetan, von daher stand die Vertiefung im Hauptstudium für mich fest. Dazu habe ich Geld & Kredit gewählt, da das Fach makroökonomische Wirtschaftspolitik lehren soll. Im mathematischen Bereich war ich schon immer eher von Analysis angetan, so dass ich neben der obligatorischen Stochastik in dem Bereich (partielle) Differentialgleichungen vertiefte.

    Als Berufsziel hatte ich seinerzeit schon im Sinn, nach dem Diplom in VWL zu promovieren, trotzdem aber WiMa zu studieren, um mehr mathematisches Rüstzeug im Vergleich zum reinen VWL-Studium zu bekommen. Das war auch eine völlig richtige Entscheidung, die VWL wird in der Forschung doch von vielen Mathematikern und Physikern durchdrungen, so dass ein breiteres mathematisches Verständnis nicht verkehrt ist.

    Zu meinen VWL-Schwerpunkten muss ich aus heutiger Sicht sagen, dass Geld & Kredit eine Fehlwahl war, da das Fach bei Teichmann/Züchner ein rein verbales war. Förderlicher wäre sicherlich die Wahl von Öffentliche Finanzen gewesen, da dort formaler vorgegangen wird und sehr viele Anknüpfungspunkte zur Makroökonomie bestehen; Staatsverschuldung, Glaubwürdigkeitsprobleme in Geld- und Fiskalpolitik seinen exemplarisch genannt. Weiterhin wird in Öffentliche Finanzen auch auf die Mikrofundierung der Makroökonomik eingegangen, ein für die Makrotheorie wichtiger, wenn auch kritikwürdiger, Grundbaustein. Da Öffentliche Finanzen näher an der Makroökonomik agiert als die reine Mikroökonomie von Prof. Leininger, wäre für mich Makroökonomik und Öffentliche Finanzen die optimale Vertiefungswahl gewesen.

  • Erfahrungsbericht Nr.2

    Studienausrichtung: BWL/VWL gemischt, mit VWL als Schwerpuntkt

    Prüfungsfächer: Operations Research (OR), Mikro, Diskrete Optimierung, Stochastik II, PI, LM/Ökonometrie

    Diplomarbeit: OR

     

    Tätigkeit: Doktorand am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, Universität Siegen

    Abschluss: Dezember 2004

    Wahl der Fächer: OR und Optimierung hatten mich früh interessiert, so dass ich dort schnell den Schwerpunkt drauf gelegt habe. Dort werden mit mathematischen Methoden praktische ("logistische") Probleme gelöst. Die Fächer sind sehr ähnlich und geradzu ideal für WiMas geeignet (wie z.B. auch I&F, IBL oder fast alle VWL-Fächer). Mikro hat mich besonders wegen der Spieltheorie gereizt, und um Wirtschaftsinformatik aus dem weg zu gehen (zumindest zu meiner Zeit gab es dort nur sehr schlechte Noten). Der dadurch aufkommende statistische Teil (LM/Ökonometrie) war aber durchaus sehr hilfreich. Ich habe von vielen Kommilitonen gehört, die das nicht belegt haben, sich aber später im Beruf entsprechende Kenntnisse selbst aneignen mussten. Insbesondere in Verbindung mit Stochastik, was doch eher theorielastig ist, werden einige Zusammenhänge klar.

    Diplomarbeit: Es empfiehlt sich, frühzeitig in dem Lieblingsfach Kontakt mit dem entsprechenden Lehrstuhl aufzunehmen. Dadurch steigen die Chancen auf ein gewünschtes Diplomarbeitsthema. Ich hatte zunächst vor, in einem Unternehmen die Diplomarbeit zu schreiben. Das bietet den Vorteil, dass man ein praxisnahes Thema hat, das einem womöglich auch noch etwas Geld einbringt. Allerdings sollte das vorher SEHR gut mit dem Prof und dem Unternehmen abgesprochen sein. Ich habe jedenfalls bei mir zu sehr die Problematik gesehen, dass die Vorstellungen vom Inhalt der Dipl.arbeit bei Prof und Unternehmen während der Bearbeitung auseinander weichen können. Man kann es dann evtl. nicht mehr beiden recht machen.

    Doktorant: Erst bei der Anfertigung der Diplomarbeit bin ich überhaupt auf die Idee gekommen, noch einen Doktor hinterher zu legen. Auch wenn ich an einem Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik tätig bin, mache ich eigentlich nur OR. Als Doktorand hat man viele Vorteile gegenüber einem Job in der freien Wirtschaft:

    - Relativ freie Zeiteinteilung (ich kann z.B. auch fast komplett zu Hause arbeiten),

    - selten Überstunden

    - Bezahlung im öffentlichen Dienst,

    - bei Interesse Dienstreisen zu diversen Konferenzen (auch im Ausland)

    - meist ein sehr lockeres Arbeitsklima

    Der größte Nachteil ist sicher die Bezahlung. Dabei solltet Ihr vor allem darauf achten, dass manche Lehrstühle eine volle Stelle, die meisten aber nur eine halbe Stelle anbieten. Es kommt vor, dass WiMa-Absolventen in der freien Wirtschaft mehr als das Doppelte als ein Doktorand verdienen! Wenn ihr Euch auf solch einen Job bewerbt, empfiehlt es sich auch, den Prof oder andere Doktoranten an dem Lehrstuhl nach der Dauer der Promotion zu fragen. Es gibt leider ein paar Profs, die die Doktoranten sehr viel arbeiten lassen, aber die Promotion erst nach 6 oder mehr Jahren beenden wollen. Wenn Ihr sogar weiter überlegt und nach der Promotion an der Uni bleiben wollt, dann solltet Ihr bei der Wahl des Doktorvaters auf dessen Forschungsergebnisse achten. Da kann man recht leicht im Internet recherchieren. Insbesondere in den quantitativen wirtschaftswissenschaflichen Fächern (OR, ProWi, WiInfo) ist es für gute Studenten meist nicht sehr schwer eine (volle) Stelle zu bekommen.

    Doktorarbeit: Ich beschäftige mich mit der Frage, welches Flugzeug an einem Flughafen welchem Gate zugeordnet werden soll. Auch wenn sich das zunächst trivial anhört - es ist es nicht. Der von mir untersuchte Flughafen hat ca. 800 Flüge pro Tag und ca. 100 Gates. Nicht jeder Flieger darf an jedes Gate, wenn ein zu großes Flugzeug an einem Gate steht, ist z.T. das Nachbargate blockiert, Flugzeuge müssen z.T. von einem Gate zu einem anderen geschleppt werden. Die ganze Zuordnung muss nicht nur diese Bedingungen erfüllen, sondern auch Ziele wie z.B. Prioritätsregeln für Gates und Flugzeuge, Robustheit bezüglich Verspätungen von Fliegern, berücksichtigen.

    Wie ihr seht ein praktisches Problem.

     

    Fazit: Wenn Euch das Anfertigen Eurer Diplomarbeit Spaß gemacht hat, dann lohnt es sich zu überlegen, ob eine "Verlängerung" an der Uni Sinn hat. Wenn man zielorientiert arbeitet, kann man auch ohne Überstunden in weniger als 3 Jahren fertig werden.

    Weitere Infos: wima@florian-jaehn.de

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Dann mail sie uns einfach an: fswima@math.uni-dortmund.de