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Institut für Entwicklung und Erfoschung des Mathematikunterrichts

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Mathematikdidaktisches Kolloquium

  • Das Programm für das Sommersemester 2017 in der Übersicht: [PDF]
  • Kurzfassungen zu den Vorträgen im Sommersemester 2017: [PDF]

In dieser Liste [PDF] sind alle bisherigen Vorträge im Rahmen des Mathematikdidaktischen Kolloquiums von Januar 1971 bis September 2016 eingetragen.

Am 07. Juli 2011 fand der 750. Vortrag im Rahmen des Mathematikdidaktischen Kolloquiums statt. Das wurde mit einer Festveranstaltung gefeiert. Vorgetragen hat Prof. Dr. Kenneth Ruthven von der Universität Cambridge (GB). Bilder des Festkolloquiums

Am 30. Januar 2014 hat das 800. Kolloquium stattgefunden. Vorgetragen hat Prof. Dr. Günter Krauthausen, "Digitale Medien im Mathematikunterricht der Grundschule: Alte neue Medien und neue alte Didaktik?"


22.06.2017 Wie wird Scheitern produktiv? Anregung einer Fehlerverarbeitung beim Bruchvergleich
Frau Dr. Kahtarina Loibl, Pädagogische Hochschule Freiburg
29.06.2017 Fachfremd Mathematik unterrichten: Hintergründe und Forschungsbefunde
Frau Dr. Raphaela Porsch, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
13.07.2017 Mathematische Fähigkeiten sprachentwicklungsgestörter Kinder: Empirische Befunde und Überlegungen zum sprachsensiblen Unterricht
Frau Dr. paed. Margit Berg, Pädagogische Hochschule Heidelberg
 

22.06.2017 Wie wird Scheitern produktiv? Anregung einer Fehlerverarbeitung beim Bruchvergleich

In Erkunden-Phasen generieren Lernende häufig fehlerhafte oder unvollständige Lösungsideen. Diese können Ausgangspunkt für den Aufbau fachlich konsolidierten Wissens in einer nachfolgenden Ordnen-Phase sein. Daher heißt dieser Ansatz in der Lehr-Lernforschung auch 'Productive Failure‘. Die Lernwirksamkeit von Productive Failure konnte wiederholt gezeigt werden; die kognitiven Wirkmechanismen sind jedoch bislang unklar. Die Literatur zum Konzeptwechsel sowie eigene Studien zu Problemlösen vor Instruktion legen nahe, dass der Fehlerverarbeitung eine tragende Rolle zukommt. Mit Fehlerverarbeitung wird die elaborative Auseinandersetzung mit dem Spannungsverhältnis zwischen fehlerhaften Lösungen und dem zu erlernenden Konzept bezeichnet. Die Fehlerverarbeitung sollte in Inhaltsgebieten mit Grundvorstellungsumbrüchen, wie beim Übergang zu den rationalen Zahlen, besonders bedeutsam sein. Daher wurde mit einer Interventionsstudie in der Jahrgangsstufe 5 untersucht, wie eine Anregung zur Fehlerverarbeitung auf den Lernerfolg beim Bruchvergleich wirkt. Die Lernergebnisse und Prozessdaten werden vorgestellt und diskutiert.

29.06.2017 Fachfremd Mathematik unterrichten: Hintergründe und Forschungsbefunde

Fachfremdes Unterrichten und seine Auswirkungen spielten in der Diskussion und Forschung der deutschen Erziehungswissenschaft sowie in den Fachdidaktiken bisher eine eher marginale Rolle (Törner & Törner 2010, Porsch 2016). Dagegen liegen insbesondere aus den USA (z.B. Dee & Cohodes 2008) und Australien (z.B. McConney & Price 2009) seit mehr als zwei Jahrzehnten umfangreiche Forschungsarbeiten vor. Ausgelöst durch die Berichte zu den Ländervergleichen (u.a. Richter u.a. 2012) haben Bildungspolitiker in Deutschland stärker über Auswirkungen fachfremden Unterrichts und die Ableitung von Konsequenzen öffentlich diskutiert. Die Diskussion ging einher mit einer steigenden Zahl an Forschungsarbeiten und Fortbildungsinitiativen. In diesem Vortrag sollen neben Hintergründen zum fachfremd erteilten Mathematikunterricht, theoretische Ansätze und Forschungsbefunde vorgestellt werden, um auf dieser Grundlage Desiderata für künftige Arbeiten zu formulieren.

13.07.2017 Mathematische Fähigkeiten sprachentwicklungsgestörter Kinder: Empirische Befunde und Überlegungen zum sprachsensiblen Unterricht

Studien belegen enge Zusammenhänge zwischen der sprachlichen und der mathematischen Entwicklung. Schülerinnen und Schüler mit Sprachentwicklungsstörungen zeigen im Gruppenvergleich niedrigere mathematische Kompetenzen als sprachunauffällige Gleichaltrige. Als besonders gravierend erweisen sich dabei die Sprachverständnisstörungen. Dieses Ergebnis wird auch durch die hohen sprachlichen Anforderungen im Fachunterricht Mathematik mitbestimmt: Die Sprache hat hier eine doppelte Funktion einerseits als Unterrichtsmedium, andererseits als Lerngegenstand (in Bezug auf die Fachsprache). Im Vortrag werden zunächst empirische Daten vorgestellt und darauf aufbauend Überlegungen für einen sprachsensiblen Mathematikunterricht abgeleitet. Diesem kommt angesichts der Entwicklung des Schulsystems in Richtung auf eine Ausweitung inklusiver Bildungsangebote zunehmende Bedeutung zu.